0021

Gottfried sagte, dass die größte Herausforderung darin besteht, dass man lebendig vor der Natur bleibt.
Eugen sagte, dass die größte Herausforderung darin besteht, dass es zwischen dem Ziel und dem Bogenschützen keinen Unterschied gibt.
Ich sagte, dass die größte Herausforderung darin besteht, dass man etwas außerhalb der Wahrnehmung und Vorstellungskraft findet und dieses nicht als nichts übersieht, sondern es als nichts erkennbares begreift.

Wir streiten oft, ich und meine Bücher.

0020

Als ich in den Westen reiste, war es dunkel, aber das Feuer
im Herd brannte dort. Ich wusste, Kohle ist weiß, weil das ihre Farbe war. Und
ich reiste weiter und es wurde hell, und der Himmel war blau, und die Kohle
schwarz, und auch die Sonne glänzte so golden, wie die Kohle in ihrem Licht.
Ich wusste, das ist blau und das ist golden.

Und der Unterschied war wie Tag und Nacht, wie ein Tier,
dessen Fell glänzt.

Als ich in den Osten reiste, stand die Sonne vor einem
Tempel, und ich wusste, das war Zeit. Vor diesem Tempel graste eine Kuh und sie
sprach zu mir: »Offenbarung« und gebot mir, zu der Mutter auf den Stufen des
Tempels zu schauen, wie sie ihr Kind anblickt. Und ich wusste, dass das Liebe
war.

Seit ich nun weiß, dass Dinge sind, wie sie aussehen, und
Dinge sind, was sie darstellen, schlafe ich, wenn ich müde bin, esse ich, wenn
ich hungrig bin.

0019

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»Menschenopfer lehren uns, dass alles vergänglich ist, und dass wir nicht
beeinflussen können, wem was zustößt.
Am besten also darauf eingestellt sein und wenigstens darüber Kontrolle
ausüben, wer auf jeden Fall stirbt, indem man sich des nahenden Todes bewusst
ist.

Den eigenen Sohn am Kreuz sterben zu lassen lehrt uns, dass wir nur dann
Frieden erschaffen können, wenn wir bereit sind, auf unsere eigenen, uns selbst
gegebenen Rechte verzichten zu können, um das Tier in uns dem Menschen weichen
lassen zu können.

Seinen eigenen Sohn auf Befehl zu opfern, lehrt uns, dass so wenig wie der
Vater seinen Sohn opfern wollte, weil er ihn liebt, mehr liebt, als sich
selbst, so wenig will die Person, der man vertraut, einem selbst Schaden
zufügen.

Menschwerdung ist etwas, an dem ich täglich arbeite, vielleicht auch etwas
zu entspannt, bei der Vorarbeit!

Du willst die Welt retten?

Nichts bleibt erhalten. Alles ist dir Geschenk. Nächstenliebe folgt.

Absolut nichts bleibt erhalten.

Alles darf dir genommen werden.

Wir sitzen alle im gleichen Boot.«

Ich saß mit verschränkten Armen da und brummte unzufrieden. Als ich
anstimmen wollte, dass es mir schwerfällt, das zu sagen, was ich sagen will,
anstatt das zu wollen, was ich sage, erklingt ihre Stimme.

»Wir drehen uns im Kreis, weil sich unsere Umgebung ständig verändert, aber
der Tanz festen Regeln folgt. Es ist immer das Gleiche, aber wir bemerken es
nicht.«

Sie erinnert mich oft daran, weswegen es ‚Mutter‘ Natur heißt.

0018

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„Er bevorzugte schlicht Frauen. Mit ihnen zu essen, bei seltenen
Gelegenheiten sogar zu malen oder zu zeichnen. Ins Kino zu gehen, und heimlich
denkt er daran, dass er gerne mit Frauen tanzen möchte.“

„Du redest über dich selbst?“

„Ja, er und ich sind gleich, nur dass er den Mut hat, von mir beschrieben zu
werden, und ich lediglich die Hoffnung habe, dass kein Mann das liest.“

„Du magst Männer echt nicht“ stellte sie amüsiert fest, nicht zum ersten Mal
standen wir an dieser Brücke.

Ich seufzte, vielleicht etwas zu lang.

„Das Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit. Wenn andere Burschen bemerken, dass
ich ihre Fäuste und Eckzähne nicht brauche, dann tun sie so, als wären sie dazu
befähigt, mir die Kette der Freundschaft umzumachen.“

„Weil sie dich bannen möchten.“

„Man kann halt den Grünen Mann und den Gott der Sünde nicht dazu überreden,
dass er nicht seine tanzenden Hexen mag.“

Er bemerkte, was er gesagt hatte, und las sich den ersten Absatz nochmal
durch.

„Ich möchte dich um etwas bitten. Steh mal kurz mit mir auf.“

Sie lächelten einander wie kleine Kinder an.

„Bring mir tanzen bei.“

0017

Jeder Mensch hütete ein verrücktes Geheimnis. Und wie jeder Mensch, dachte auch er fast die ganze Zeit über an sein Geheimnis, was die Angelegenheit geheim zu halten nicht leichter machte. Ganz im Gegenteil. Er hatte sein Geheimnis schon oft anderen Leuten erzählt und dafür sich bestenfalls ein Schulterzucken eingehandelt.
Warum nur, dachte er, war es so schwer für andere zu verstehen, dass sein Geheimnis viel schlimmer war als das, was die anderen zitternd, weinend und frierend mitten in der Nacht aufweckte, um sie wissen zu lassen, dass ihre ganze Persönlichkeit um dieses Geheimnis herum aufgebaut ist?

0016

Nachdem er alle Preise gewonnen hatte, die er gewinnen konnte, blieb ihm nichts anderes übrig, als einen Schrank für sie zu kaufen und sie ab und zu abzustauben.
Nach Jahren verblasste die Erinnerung an seine Siege, verblasste auch die Erinnerung an die Gesichter, die seine Gäste gemacht hatten. Alles, was ihm noch blieb, war der Kampf gegen den Staub, seine eigenen Fingerabdrücke und sich an etwas erinnern zu müssen, das nichts mit diesem Schrank zu tun hatte.

Selbst die Trophäen waren irgendwann gelangweilt von seinem Leben.

0015

Wenn ich ok bin und du ok bist, dann liegt es an uns, an dir und mir, wer wir bedeuten und was das sind. Ich spreche nur noch die eine Sprache, die wir beide verstehen, lernte sie durch das Durchwandern von Aphel und Perihel um meiner Sonne Ewigkeit.
Und dort draußen, in der Stille meines Körpers Unendlichkeit, finde ich Sternenstaub und reibe ihn, bis feines Filament mit den Worten beginnt
wenn ich ok bin und du ok bist, dann liegt es an uns, an dir und mir, wer wir sind und was das bedeutet.
Denn bist du das Licht an meiner Worte Anfang, dann will ich schreiben, so, dass es dich erfreut, deine Augen zu öffnen,

auf mein feinstes Gespinst du mit deinem Glanze blickst.

0014

„Immer, wenn ich schreckliche Dinge sehe“, sagte er „dann
werde ich traurig.“

„Meine Arme werden so kalt, dass meine Gelenke wehtun“,
sagte er und rieb sich geistesabwesend einen Arm.

Ich zog ihn näher zu mir.

„Was glaubst du, warum macht dich das traurig?“

Ich hörte ihn schnauben in der Dunkelheit vor mir.

„Weil jemand diese schrecklichen Dinge tut, und andere das
gut finden, nicht nur dieser jemand.“

„Warum siehst du dann diese Sachen denn überhaupt?“

Ich fühlte sein Gesicht näherkommen und kam ihm entgegen. Er
küsste meine Stirn.

„Stimmt. Ich kümmer mich ab jetzt besser um mein Seelchen.
Und um dich.“

Noch ein Kuss.

„Danke.“